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Musik und Humor klangvoll vereint
Musikverein Dermbach gab Frühjahrskonzert in ausverkaufter Struthüttener Turnhalle

 

suk Struthütten. Beste musikalische
Unterhaltung, gepaart mit humorvollen
Einlagen, präsentierte der Musikverein
Dermbach am Samstag bei seinem Frühjahrskonzert in der Turnhalle Struthütten. Unter der Leitung des langj ährigen Dirigenten Hans-Peter Mertens hatte das Orchester ein Programm vorbereitet, dass so bunt und facettenreich wie der Frühling selbst war. So erfreuten sich die Zuhörer in der ausverkauften Halle an
zünftigen Marschklängen ebenso wie an modernen Orchesterwerken und Bearbeitungen klassischer Stücke.
Gewohnt unterhaltsam und informativ
führte der musikalische Leiter des Musikvereins selbst durch das Konzertprogramm und stellte sichtlich stolz einen seiner Saxophonschüler vor, der als Gastsolist mitwirkte. Arno Brüggemann, Musike rim Ausbildungs-musikkorps der Bundeswehr, hat seine musikalische Laufbahn mit dem Akkordeon begonnen. Erst vor viereinhalb Jahren hat er mit dem Saxophonspiel angefangen, um als Musiker zur Bundeswehr gehen zu können. Angesichts der kurzen Zeit war es erstaunlich, auf welch hohem Niveau er bereits schwierigste Stücke ausdrucksstark und spieltechnisch ausgereift zum Besten gab. In Struthütten begeisterte er mit einer
Fantasie für Alt-Saxophon und Orchester von Jules Demersseman, die an Höchstschwierigkeiten einiges zu bieten hatte. Sowohl der Solist als auch das Orchesters begeisterten durch eine bravouröse Leistung. Dafür, dass in der Turnhalle zwischenzeitlich auch mal Rock-Festival-Atmosphäre herrschte, sorgte der Musikverein mit dem Medley „Earth, Wind, Chicago und Co“. Die größte Hits dieser legendären
Rockgruppen wurden hier zu neuem
Leben erweckt, etwa „If You Leave Me Now“ von Chicago, bei dem Thomas Drost ein butterweiches Flügelhornsolo präsentierte, der Ohrwurm „Celebration“ von Cool and the Gang, den die Trompeten unisono eröffneten. Der zusätzliche Einsatz von Keyboard, E-Gitarre und E-Bass
machten dieses mitreißende Arrangement zu einem Hörgenuss der Extraklasse. Dies galt auch für das Medley „Phil Collins Live“, das die Mega-Hits des erfolgreichen Drummers und Sängers wie „Groovy Kind Of Love“, „Take Me Home“ oder „Easy Lover“ auf effektvolle Weise, mal mit E-Gitarre, mal mit Xylophon oder gefühlvoll als Flöten- oder Posaunensolo, in Szene setzte. Nach der Pause präsentierte sich zunächst
die Jugendkapelle des Vereins, die

sich unter der Leitung von Thomas Drost zu einem homogenen Klangkörper entwickelt hat, der bereits auch anspruchsvollere Orchesterwerke gekonnt meistert. So spielten die rund 20 Nachwuchsmusiker den Ohrwurm der Glenn-Miller-Band „Pensylvania 6-5000“ und begeisterten mit dem Liebeslied „My Heart Will Go On“ aus dem Film „Titanic“. Die 15-jährige Nicole Eisel spielte hier ein gefühlvolles und

fehlerfreies Saxophonsolo und erntete
dafür den verdienten Applaus. Das große Orchester sorgte im zweite Konzertteil für beste Unterhaltung, indem es zu seinen musikalischen Qualitäten auch seinen Humor unter Beweis stellte. So eröffnete Trompeter Thomas Drost eine kleine Solistenparade zunächst mit „The Great Pretender“. Später tauschte er bei „Il Silenzio“ die Trompete gegen einen Gartenschlauch mit Mundstück und Plastiktrichter und spielte das Solo auf diese Weise fertig. Stark beansprucht wurden die Lachmuskeln auch beim Auftritt von Michael Bohl, Thomas Drost, Stefan Weidmann und Lars Möller, die als vier „Nachwuchstenöre“ eine besondere Version des bekannten „Ave Maria“ von Bach/Gounod zum Besten gaben. Auch Gastsolist Arne Brüggemann gab eine weitere Kostprobe seines Könnens. Er präsentierte diesmal das Akkordeon als Soloinstrument. Begleitet vom Orchester, intonierte er die bekannte französische Melodie „Sous le ciel de Paris“, die er so gefühlvoll interpretierte, dass man als Zuhörer beim Schließen der Augen förmlich Paris im Frühling vor sich sah und die Turnhalle in Struthütten einer Bank am Seineufer oder den Stufen vor Montmatre wich. Variationen über Schuberts „Lindenbaum“, der dabei mal im Big-Band-Stil oder auch als Polka erklang, sowie gleich mehrere zünftige Zugaben beendeten dieses gelungene Frühjahrskonzert