
Musik,die"elektrisierte"
Orchester der RWE Power AG gab beeindruckendes Konzert im
Herdorfer Hüttenhaus
suk Herdorf. Ein musikalisches Erlebnis der besonderen Art bescherte der
Musikverein Dermbach den Musikfreunden am Donnerstag in Herdorf. Auf seine Einladung
hin weilte das Orchester der RWE Power AG im Hellerstädtchen und gab ein außergewöhnliches
Konzert. Mit seinem Auftritt stellte sich das 18-köpfige Orchester in den Dienst
der guten Sache, denn der Erlös der Veranstaltung wird der Jugendarbeit des
Musikvereins Dermbach zugute kommen.

Das Orchester nahm die
Besucher mit auf eine Reise durch die unterschiedlichsten Musikstile und Epochen
und überraschte immer wieder durch außergewöhnliche Arrangements bekannter Melodien.
Den Anfang machten bekannte klassische Stücke. Die Ankündigungen von Tschaikowskys
Nussknacker, Bachs Präludium und Air, Händels Wassermusik und der Ungarische
Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms im Programmheft ließen die Herzen der Klassik-Fans
höher schlagen. Wer geglaubt hat, dass nun geschickte, dem Original gleichkommende
Arrangements für Bläser, Schlagzeuger, Keyboarder und Gitarristen erklingen
würde, der wurde eines Besseren belehrt.
Die
Werke bekamen durch die Bearbeitungen, die eigens für das Orchester geschrieben
werden, einen vollkommen neuen Stil. Zweifellos war dieser für viele
gewöhnungsbedürftig und dem echten Klassik-Liebhaber manchmal vielleicht zu
abstrakt, aber einzigartig und perfekt gespielt war es allemal.
Absolut überzeugend war der lateinamerikanische Programmblock. Hier kam die
außergewöhnliche Instrumentierung des Orchesters voll zur Geltung und machte
aus Stücken wie »Tee for Two« ergreifende Interpretationen. Das Medley »Spanish
Fiesta« erfüllte das Hüttenhaus mit dem musikalischen Feuer Spaniens und die
18 hoch qualifizierten Berufsmusiker spielten hier ihr ganzes Können aus. Das
fantasievoll eingesetzte Keyboard, das vom musikalischen Leiter Ralf Conzen
gespielt wurde, untermalte die Bläser- und Gitarrenklänge gekonnt, während Schlagzeug
und Percussion für den feurigen Rhythmus sorgten. Höhepunkt dieses Konzertabschnitts
war zweifellos der Tango »Adios Nonino«. Unterstützt vom Akkordeon, vermittelten
die Musiker die ganze Melancholie und Leidenschaft dieses Stückes.
Den
Sprung über den großen Teich nach Amerika wagte das Orchester nach der Pause.
Die vor allem für den Big-Band-Sound goldenen 30er und 40er Jahre standen da im
Mittelpunkt eines mitreißenden Medleys á la Duke Ellington, Glenn Miller und Co.
Ganz neu und facettenreich auch das unvergessene »New York, New York«, das die
Musiker dynamisch und kraftvoll vermittelten.
Krönender Abschluss, der für Riesenstimmung im Hüttenhaus sorgte und manches –
vor allem ältere – Herz höher schlagen ließ, waren Klassiker aus der Zeit der
großen UFA-Filme. Melodien wie »Bel Ami«, »Flieger, grüß mit die Sonne« oder
»Adieu, mein kleiner Gardeoffizier« wurden mit peppigen Rhythmen und dem
einzigartigen Klang des Orchesters versehen, mit dem es in keine musikalische
Schublade passt. Ausdrucksstarke Soloeinlagen, zum Beispiel von Horn und Flöte
bei »Für mich soll’s rote Rosen regnen« und der Oboe in »Ich tanze mit dir in
den Himmel«, rissen die Konzertbesucher immer wieder zu spontanem Beifall hin.
Mit
einem Geburtstagsständchen für einen Konzertbesucher aus Dermbach, der den »Glück-Auf-Marsch«
in dieser Form sicher noch nie gehört hatte, und einer weiteren Zugabe hatte
sich das international besetzte Orchester endgültig die Sympathien der Herdorfer
erspielt.
